Doris

Doris

Das sind die Menschen, die unsere Aktionen in Laos unterstützen. Hier in den Sepiafarben der Straßen von Laos.


Laos 2009 auf einer größeren Karte anzeigen

Mein Tagesplan gestern:

  • Fahrrad ausleihen und zum Phosimarket fahren (erledigt).
    Sisavan anrufen und sehen ob er mir helfen kann (kann er).
    Mit dem Fahrad einmal am Mekong entlang und durch LP und die Sonne geniesen.
    Zum Büchereibootprojekt gehen, so viel wie möglich erklären lassen und so gut wie möglich verstehen (geklappt).
    Gedanken machen.
    Die Wärme genießen.
    Essen und Trinken (ist ja gut Lola).
    Mich mit Tee Tao treffen (13 Uhr),,,,,,,,,
    Beer Lao über meinen Laptop schütten (natürlich nicht geplant). Zur Bibliothek, Fragen klären, Handeln.
    3 laotische Bibliotheksysteme kaufen. Zu Big Brother Mouse fahren und 200 Bücher für Bum Lao und Nordlaos kaufen.
    Über den Nachtmarkt schlendern und mal sehen, was es Neues gibt 2010.
    Essen und Trinken (ist ja gut Heike) mmmmh lecker wars.
    Nach Hause telefonieren.
    Die Bücher für die Ergänzung der Schulbücherrei in Bum Lao für morgen Früh richten.
    Mal sehen, ob jemand geschrieben hat, evtl. Mails beantworten.
    Bilder richten und euch zeigen wollen.
    Feststellen, dass das Internet nicht geht.
    Schlafen gegangen.
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...und heute morgen sind wir dann um 8:30 Uhr losgefahren.
Bange Frage: Hat die Schule in Bum Lao, die wir letztes Jahr mit einer Bibliotek ausgestattet haben, noch die Bücher samt den Bücherkisten? Mit Tee Tao habe ich ausgemacht, dass - wenn alles noch vor Ort ist und genutzt wird - die Bücherei mit 70 neuen Büchern bestückt werden soll.
Die Fahrt war wieder abenteuerlich und führte über den Mekong wieder ins eigentliche Laos. So wie Bangkok nicht Thailand, New York nicht die USA und Berlin nicht ganz Deutschland repräsentiert, so ist es hier natürlich auch. Es ist immer wieder krass, wie wenig man sich aus Luang Prabang heraus bewegen muss und schon sieht alles komplett anders aus.
Wir kamen gerade in der Pause an und es ist immer noch die gleiche Lehrerschaft. Ich glaube, Tee Tao hatte Schwierigkeiten, das permanente Nachhaken nach der Bibliothek zu vertreten. Sah fast so aus, als dachte er, jemand könne das Gesicht verlieren.
Ok...die Holzkisten sind nicht da, sie sind im Lehrerhaus. Mir wurden die Knie etwas weich, aber ich hatte mich innerlich schon darauf eingestellt, das unsere Hilfe 2009 nicht die Früchte getragen haben könnte, die wir uns versprochen hatten. Doch dann ist doch noch jemand mit dem Moped losgezogen. Ruckzuck waren die Kisten da - mit Schlüssel und Schloss -. Der Direktor hatte den Schlüssel. Die Bücher waren nicht mehr im neuesten Zustand, bei Amazon vielleicht Status "gebraucht mit Gebrauchsspuren", was zeigt, dass sie durch viele Kinderhände gingen. Die Bücher würden einmal pro Woche getauscht. Ich war sehr zufrieden.

Alle haben sich sehr über das Photo von letztem Jahr, dass ich mitgebracht habe, gefreut. Daraufhin entstand die Idee, Klassenbilder zu machen und sie der Schule zukommen zu lassen. Diesmal haben die Lehrer auch gezielt nach Unterstützung gefragt: Englischlehrbücher für Kinder. Tee Tao und ich sind heute nach unserer Tour gleich nochmal los und haben dann doch noch das Arbeitsheft I gefunden. Gemeinsam mit den Fotos wird es vielleicht Irene im Mai mit Tee Tao übergeben. Weitere nützliche Dinge und eine Weltkarte für die Schulwand, die ich auch heute noch gefunden habe, bleiben also erst einmal hier.
Ein erfolgreicher Tag mit neuen Erkenntnissen, Erfahrungen und Infos -  Ich kann leider nicht alle aufschreiben, das würde den Rahmen hier sprengen. Nachher treffe ich mich mit Sisanan. Das ist der deutschsprachige Laote, der erst in der DDR in Leipzig Planwirtschaft und nach dem Fall der Mauer erneut in Leipzig Marktwirtschaft studiert hat.


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Morgen geht es nach Ban Chan Dai, mit dem Puplic Bus ca. 3 bis 4 Stunden und dann mit dem Minivan nochmal 2 Stunden. Das Tuk Tuk zur Schule benötigt dann wohl nur noch eine Stunde. Das heißt, ich werde in den nächsten Tagen sicherlich kein Internet haben und auch keine andere Verbindung in die Außenwelt.
Liebe Grüße von der Doris

 

Am Morgen ging es von der Busstation Luang Prabang Nord los.
In Laos gibt es pro Stadt/größerem Dorf häufig zwei Busstationen, die durch die eigentliche Stadt getrennt sind und an den Ein- bzw. Ausfallstraßen liegen. Wenn man weiß, in welche Himmelsrichtung man will, weiß man auch, an welche Busstation man gehen sollte. Tee Thao und ich wollten also nach Norden 5 Stunden Busfahrt bis Oudomsay; anschließend wollten wir auf eigene Faust nach Ban Chan Thai.
Welch glücklicher Zufall, daß Ken unser Fahrradguide vom letztem Jahr um 8 Uhr morgens anrief, weil er uns in Oudomsay abholen und zur Schule in Ban Chan Thai begleiten wollte. Ich freute mich sehr, ihn wieder zu treffen. Er ist ein außergewöhnlicher Laote, der noch dazu gut Englisch spricht.
In Oudamsay angekommen liess er allerdings etwas auf sich warten und im Anschluß waren wir erst nach einer 3 stündigen Fahrt in seinem kleinen Lieferwagen mit Ladefläche bei Dunkelheit in seinem Haus angekommen - Vielleicht lags ja auch daran, weil wir auf dem Weg noch eine Tonne, genauer gesagt 1111 kg Reis, mitnehmen mussten. Das ist der Vorrat für die ganze Familie. Er hält ca. ein Jahr. Ich durfte Schiedsrichter beim Abwiegen sein und die Rechnung kontrollieren.
Immer wieder erstaunlich finde ich es, daß die Laoten gravierende Fehler in fast jeder Rechnung machen, auch nicht immer zu ihrem Vorteil. Mit Zahlen könnnen sie nicht so gut umgehen und man hat sich schnell mit dem Taschenrechner vertippt - bei den Summen auch kein Wunder.
Meist ist eine Null irgendwo zu viel, und das veraändert das Ergebnis dann gewaltig. Kein Wunder, 10.000 Kip sind ungefähr ein Euro und sie werden nicht müde, die Nullerstellen immer mit einzugeben. Auf dem Papier wird jeder Betrag extra dazu addiert, mehr als zwei Zahlen untereinander schreiben und addieren, scheint nicht möglich. Aber genug damit, das ist nur mal wieder ein Ausflug, um zu zeigen, wie wichtig hier Bildungsförderung ist.

Ken hat in dem Dorf vor Ban Chan Tai mittlerweile ein für die laotischen Verhältnisse imposantes Steinhaus. Daß es das einzige Haus ohne Elektrizität ist, relativiert die Sache. Ken ist noch nicht dazugekommen und er sagt, er hat sein Leben lang ohne Elektizität gelebt; es hat also keine Eile. Sämtliche Hütten im Umkreis hatten Strom. So war meine Stirnlampe mal wieder das wichtigste Utensil, um vernünftig die Dinge zu sortieren, die wir nach Ban Chan Tai mitnehmen mussten.

Noch auf dem Hinweg hatten uns die Bewohner mehrfach angerufen. Sie wußten, daß wir kommen und waren entsprechend vorbereitet. Als wir frisch gewaschen die letzten Kilometer ins Dorf fuhren, war ich dann schon etwas aufgeregt. In Ban Chan Tai war ich noch nie. Die Tour hierher habe ich im "Auftrag" von Irene vom Verein "Freunde Laos e.V." durchgeführt. Anlaß war die Übergabe von Bargeld für die Anfertigung von Tischen und Stühlen für 417 Schüler. Wie bei den meisten Entwicklungsprojekten ist es auch in Laos wichtig - und oft der einzig gehbare Weg -, dass die Hilfe persönlich an die "bedürftigen" Menschen vor Ort übergeben wird.

Natürlich hatten die Dorfbewohner eine Basi vorbereitet, um mich mich guten Wünschen und viel Gesundheit auszustatten. Nach einer Zeremonie des Dorfältesten, binden alle Anwesenden weiße Bänder um die Handgelenke dessen für den die Basi bestimmt ist. Bei jedem Faden murmelt die bindende Person Wünsche auf laotisch und manche auch auf Englisch; ein netter junger Mann wünschte mir einen nice boyfriend, aber den hab ich ja schon.
Die Bewohner des Dorfes vermissten Irene sehr und ich konnte wohl kein vollständiger Ersatz sein, nicht zuletzt weil Irene im letzten Jahr schon gut laotisch sprechen konnte. Die Dorfbewohner wurden nicht müde, nach ihr und ihrer Gesundheit zu fragen. Sie war die ganze Zeit dabei und wir haben sie auch angerufen. Hier die Bilder von der Basi:

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So...das war jetzt viel Text.
Ich geh jetzt erst mal schlafen....... morgen gibts mehr

Gute N8

Doris

 

 

 

... zur Basi gehört natürlich Schnaps. Ich dachte, der müsste über 60 Prozen haben, aber alle verneinten und meinten, der wäre nicht so stark. Ab wann brennt Alkohol eigentlich so richtig gut und ca 1 Minute auf dem Teelöffel? Aber ich konnte mich gut drumrumschmuggeln und hab immer nur ein bisschen genuckelt.
Ich galt wohl eh schon als ein wenig sonderbar, denn Ken erwähnte, ich könne kein Fleisch essen, was zur allgemeinen Verwunderung beigetragen hat. Denn der Mensch könne wohl alles essen, meinten die meisten Dorfbewohner.
Eine der ersten Fragen, die ich immer wieder in Laos gestellt bekommen habe, ist die: „Wo ist dein Mann, hast du einen Mann, warum ist der nicht mitgekommen, wie viele Kinder hast du und wo sind die jetzt so ganz ohne Mama?“ Ken ist für mich nicht nur in solchen Situationen der wunderbarste Übersetzer, denn wir sind humortechnisch, vom Temperament und der Intension absolut auf einer Wellenlänge; mit Tee Thao dem ruhigen Studenten tue ich mir etwas schwerer. Trotzdem würde ich gern ein paar Worte Lao sprechen und hab’ daher fest vor, bis zum nächsten Mal ein bischen zu lernen und vielleicht einen Sprachkurs in Laos zu besuchen.
Englisch sprechen nicht einmal die Lehrer und selbst die Englischstudenten sind auf einem Niveau der 6. Klasse in Deutschland. Sie wurden nicht müde mich aufzufordern, Lao zu lernen - das war schon fast aufdringlich (Pointe folgt am nächsten Tag).

Wir diskutierten viel an diesem Abend und ich fragte nach, wo noch Hilfe gebraucht wird.
Mitgebracht hatten wir eine Bücherei mit Hängeregal und 111 Büchern, passend zum Reiseinkauf. Der Direktor hatte eine Liste angefertigt von 20 Kindern, die aus sehr ärmlichen Verhältnissen kommen und oft Hunger haben, fast nichts zu Anziehen und nur ein einziges Heft, in dem sie alle Fächer eintragen. Sie seien eher interessierte Kinder und er würde sich freuen, wenn wir diese unterstützen könnten.

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Das war es jetzt mal wieder fuer heute.
Falls ihr mehr wissen wollt, motiviert mich doch auch einmal mit einer Mail odermit Fragen.

Der zweite Teil des Abends folgt morgen, aber eigentlich ist es gar nicht mehr so viel:
Geschlafen haben Tee und ich in einem Bett im Lehrerhaus, neben einem weiteren Gastlehrer

Hier unser Bett:

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03.02.2009

Marktforschung

Liebe Kollegen, wir waren auch Marktforschungstechnisch tätig ;-).

... eine Bildergeschichte mit Steigerung ... vom Bekannten zum Unbekannten ... von oben nach unten ... vom Denkbaren zum für uns Unmöglichen.

 
Und um die Ecke gab es dann diesen leckeren Kuchen,
aber warum hatten wir nur so wenig Appetit ?
 
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27.Januar bis 30.Januar 2009

Erster Bericht an die Helfer,

Hallo aus Laos

heute kommt endlich mal ein kleiner Bericht von der Hilfsaktion Nr 2 hier in Laos.

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Nachdem wir in Luang Namtha den Laptop und die Digicam an die Teachertrainigschool gegeben haben,
ging es mit dem Bus nach Oudomxay.
 
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Was hier noch so froehlich aussieht, erwies sich aber als grosser Fehler.
Nie die letzte Reihe im Bus nehmen!!!
 
 
In Oudomxay trafen wir Ken, den wir sofort fuer unser Vorhaben begeistern konnten.
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Warum er der Richtige war ?... erzaehlen wir zu Hause.
 
Also ging es am naechsten Morgen auf den Markt,
Hefte, Lineale und Buntstifte einkaufen.
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Die naechste Etappe nach Muang Khoua wurde wir auf dem Rad zurueckgelegt.
 
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...
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unterwegs ...
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Am Abend waschen mit den Dorfbewohnern im Fluss, ganz schoen kompliziert mit Sarong.
 
Sehr zu unserer Verblueffung waren wir erst die zweiten Farangs (so heissen hier alle Weissen) die in dem dorf genaechtigt haben.
Ken erklaerte, dass wir fuer jeden Schueler der Dorfschule Stifte und Hefte mitgebracht haben.
Zu unserer Ueberraschung wurde am Abend fuer uns ein traditionelles Basi veranstaltet.
Es war eine grosse Ehre die uns Glueck und Gesundheit bescheren soll.
 
Dass ausgerechnet ein Hahn geschlachtet wurde, bereitete vor allem Doris Gewissenskonflikte.
Hals und Kamm gelten hier als Delikatesse und selbstverstaendlich erhielten Ken und wir die besten Stuecke.
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dazu gab es Schnaps und fermentierten Reiswein.
 
 
Der zentralen Punkt der Basi war das Anbringen von weissen Baendern an unsere Handgelenke.
Jeder einzelne des Gemeinderats wuenschte uns in der Sprache der Khmu fast singend Glueck, Gesundheit und gute Geister, die uns begleiten sollen.
 
Im Haus des Buergermeisters wurde an diesem Abend viel diskutiert, lauthals gelacht, aber auch sehr oft nachdenklich geschwiegen. Die Bewohner wollten unbedingt verstehen, warum wir so dumm sind in der Hitze mit dem Rad zu fahren und nicht den Bus zu nehmen.
 
Ken war ein perfekter Uebersetzer.
Ueber ihn liessen wir von Euch schoene Gruesse ausrichten, die wir unbedingt zurueckgeben sollen.

Zu spaeter Stunde wurde auch gesungen, das einzige Liedgut aus der Heimat das uns spontan von zu Hause eingefallen ist war: "Schau hi da ligt a doder Fisch im Wasser...."  .... aber es kam inklusive Uebersetzung gut an. 
 
Das ist uebrigens der Chairman des Dorfes:
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als Uebernachtungsplatz haben Sie uns ihr Schlafzimmer ueberlassen,
da wir aber Muehe hatten vor lauter Reiswein den Rueckweg dorthin zu finden, leider kein Foto davon. 
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Am naechsten Morgen 
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waren alle Kinder in der Schule, obwohl gerade Ferien waren.
 
Das erste Gefuehl als wir am naechten Morgen vor den Schuelern, der Lehrerin und den Dorfaeltesten standen, laesst sich ganz leicht ausdruecken.
Es war uns zutiefst peinlich.
 
Wir hatten fuer die Kinder am Markt fuer etwa 30 Euro eingekauft 260 Hefte. Lineale und ein Klassensatz Buntstifte. Zu dieser Zeit hatten wir nach unserem Ermessen schon das vielfache von den Dorfbewohnern erhalten.
 
Jedes Kind wollte das Geschenk persoehnlich entgegennehmen und ganz wichtig war wiederholt der Gruss an unserere Freunde zu Hause.
 
 
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Es war eine Riesenfreude, denn kaum ein Kind hatte vorher einen Stift oder ein Heft besessen.
Damit die Hefte nicht dreckig werden, wurden sie fein saeuberlich in den Bambuszaun gesteckt.
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Wir baten die Kinder uns ein Pausenhofspiel zu zeigen, damit wir es zu Hause unseren Kindern zeigen koennen.
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Es  war eine Mordsgaudi fuer alle.
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Dann hies es wieder in den Sattel und noch 64 km bis nach Muang Khoua.
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Vorbei an Goldwaeschern...
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und Fertighausbaussteinen...
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Das Bild von unserem Badezimmer in Muang Khoua wollten wir euch allerdings nicht vorenthalten.
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Einen zweiten Klassensatz Stifte und Hefte liessen wir in Muang Khua bei Set einem Englischlehrer. Der Kontakt kam ueber Irene Heine, die wir spaeter in Luang Prabang noch treffen sollten.
 
...... am naechsten Morgen ... auf gehts per Boot nach .....
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ihr werdet sehen.....
 
Gruesse Doris und Norbert 

 

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von Muang Khoua nach Muang Ngoi

Muang Khoua war bei weitem das hässlichste Städtchen, das wir in Laos zu Gesicht bekamen.

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