Doris

Doris

Tee Thao hat uns nach Hause in sein Wohnviertel (ein nach Luang Pranbang umgesiedeltes Dorf) eingeladen. Ein Teil des Dorfes mußte allerdings schon weder umziehen, weil der Flughafen erweitert wird. Seit er letztes Jahr seine Ausbildung als Englischlehrer beendet hat, verdient er sich neben seiner derzeitigen Ausbildung im Tourismusbereich etwas Geld indem er die Kinder aus dem Viertel für wenig Geld jeden Tag eine Stunde in Englisch unterrichtet. Er hat sich hierfür eigens Schulbänke und Tische zusammengezimmert. Wir haben 1 Schulstunde beobachtet und mitgestaltet während seine Mutter im Hintergrund an der Nähmaschine saß und die kleineren Kinder uns beobachteten und sich eins abkicherten. In der Schulstunde haben auch wir etwas gelernt: Der Name Mc Donalds ist in Laos noch unbekannt!

Im Anschluß gabs einen Rundgang durch das Viertel sowie ein Essen mit der ganzen Familie incl. seiner 105jährigen Oma und anschließendem Familienfoto (Tee Thao links im gelben Hemd, seine Oma sitzend in der rechten Bildhälfte).

Der Besuch bei Tee Tao war unsere letzte "Hilfsaktion".

Bei Anousith, der während seiner Zeit im Kloster für die Bemalung eines Klosters zuständig war, "lernten" wir in Luang Prabang die Herstellung von Stencils. Bei den Stencils handelt es sich um Schablonen, die aus Saapapier (Papier aus dem Maulbeerbaum) mit Hilfe von Stanzwerkzeug ausgestochen werden. Die Schablonen werden an der zu bemalenden Wand provisorisch befestigt und anschließend mit einem in Farbe (meist golden) getunkten Schwamm ausgetupft. Sieht wunderschön aus.

Die Stencils haben unterschiedliche Inhalte, einige sind reine Verzierungen, andere beinhalten Geschichten oder haben eine heilige Bedeutung. 

Die Verzierungen, die an der Decke aufgemalt werden, sind die heiligsten und stehen "über" dem Menschen.
Schon vor 3 Jahren haben wir einige dieser Kunstwerke mit nach Hause genommen und mit Anousiths Einverständis verziert Eines davon ein Yogastudio in Nürnberg und dessen Website www.sunsalute.de. Dahinter steckt natürlich eine spezielle Geschichte, die bald auf der sunsalute Website zu finden ist.

Da wir dieses Jahr leider nicht zum "Kilometer 39" gekommen sind, haben wir Daolit Schulmaterial und Photos für die Schule mitgegeben. Er kam einen Tag nachdem wir uns in Banchandai verabscheidet hatten dort vorbei. Spiele und die restlichen Stifte gingen zum einen Teil an das Bücherboot, eine Aktion die Kindern in abgelegenen Orten Bücher zum Ausleihen vorbeibringt und zu einem weiteren Teil an Anousith. Anousith ist ein junger Laoten, den wir schon vor 3 Jahren kennengelernt haben und der ebenfalls oft Schulen unterstützt.

In der Bildergalerie seht ihr die Bilder vom Bücherboot.

In Luang Prabang haben wir Irene Heine getroffen. Für den Verein Freunde Laos e.V. haben wir in Banchandai Gelder für den Kindergartenbau überbracht. Wir kennen Irene seit unserem ersten Laos Aufenthalt (2009) und sind mit ihr unseren gemeinsamen laotischen Freund Ken besuchen gefahren. Ken arbeitet jetzt beim GIZ (Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit) in Saynaboury, er ist hat gerade seine erste Arbeitswoche hinter sich. Ken hat den begehrten Job bekommen obwohl er keine akademischen Voraussetzungen hatte wie die anderen Bewerber. Wir glauben, er hat die Verantwortlichen vom GIZ einfach plattgequatscht und mit seiner extrem erfrischenden Art begeistert.

Saynaboury, mit der gleichnamigen Hauptstadt, ist eine Provinz in der es sehr wenig Tourismus gibt, wohl auch wegen der schlechten Verkehrsanbindung. Hier ein paar Bilder, die im Kontrast zu den Flussbildern stehen. Wasserfall und Reisfelder sind hier willkommene Augenweiden, wenn auch nur kurz, denn der Dschungel ist hellbraun vom Straßenstaub, die Bewohner der Dörfer auf der Strecke dürten die ein oder andere Staublunge aufweisen. Im öffentlichen Bus ist man auf der ca. 4 stündigen Reise durchgeschüttelt + sandgestrahlt + gepudert. 

Das Treffen mit Ken war wieder mal sehr lustig. Am Abend gab es laotisches Fondue und nach einem gemeinsamen Frühstück ging es wieder zurück nach Luang Prabang.

Englisch zu sprechen ist in Laos eines der begehrtesten Güter. Dieses Jahr konnten wir wieder einige neue Einblicke in dieses Thema bekommen. Viele wundern sich, warum sich in Laos so wenig Menschen, speziell sogar Englischlehrer, nicht ausdrücken können. In den letzten Jahren und beim Besuch von Yannick und Lea ist uns aufgefallen, dass eine seltsame Methodik angewendet wird. Das Lesen kommt vor dem Schreiben, es werden Sätze immer wieder laut abgelesen, ohne deren Sinn auch nur zu erahnen. Das ganze noch in lateinischer Schrift. Eine Klasse in der sich kaum ein Kind mit Namen vorstellen kann : My name is ......wird auf "These" and "Those" rumgekaut wie auf einem 3 Tage altem Kaugummi. In einem der wenigen und einem der besseren Englischbücher fanden wir diesen Lesetext. Ist der nicht motivierend? Traurigerweise zeigt er genau das, was wir häufig erlebt haben.

Sich als Laote Englisch zu erarbeiten ist Knochenarbeit und führt selten zum eigentlichen Ziel.

Nie wollten wir nach Pakbeng. Es ist der Zwischenstopp der 2tägigen Massenkreuzfahrt auf dem Mekong. Wir hatten eine schaukelige und staubige Busfahrt hierher, das Ziel war eigentlich Xaynaburi. Ken und Daolit unser Übersetzer in Banchandai hatten einen Plan ausgeheckt wie wir auf Nebenstraßen am schnellsten mit nur einer Übernachtung nach Xaynaburi kommen. Das lustigste war, dass auf einmal der Busfahrer gehalten hat und uns, den einzigen Farangs im Bus, sein Handy entgegengestreckt hat - mit Daolit am anderen Ende der Leitung. Wir haben keine Ahnung wie er die Nummer vom Busfahrer herausgefunden hat. So ging die Kommunikation über 3 Ecken und alle wollten sich drum kümmern, dass wir in den richtigen Anschlussbus kommen. Wir haben uns dann aber doch entschlossen die 2te Hälfte der Mekongfahrt mitzumachen, also morgen 8 Stunden auf dem Fluß von Pakbeng nach Luang Prabang. Und wir haben es nicht bereut, es war die schönste Wegstecke bis jetzt und soo entspannend - trotz der vielen "jugendlichen Sauf- und Weltenbummler" -. Einer hat uns stolz erzählt, er muss jetzt noch einmal nach dem Studium die Sau rauslassen, bervor er ins Business (evtl. Adidas) einsteigt. Dieser auf seine Art durchaus intelligente Zeitgenosse schreibt doch tatsächlich Nummern auf den Rücken der Mädchen mit denen er die Nacht verbringt. Ich habe nicht gefragt, bei welcher Zahl er mittlerweile angekommen ist. Das gehört unter die Kategorie NICHT LUSTIG.
Schaltet doch die Musi dazu ein, ich hab das Stück auf der Fahrt bestimmt 16 mal gehört :-) 

Hier sind ein paar Bilder von Kindern nach der Schule.
Das Feuerholzholen, Bambussprößlinge sammeln und Material für Besen zu transportieren gehört ganz selbstverständlich dazu. Die Kinder haben oft ihren Spaß dabei.

Hallo erstmal.
Es geht uns gut!

Es ist viel passiert und wir waren viel auf Achse, wir kommen nicht dazu, alles hier so zu berichten wie wir uns das wünschen.
Deshalb habe ich gerade beschlossen, eher Bilder sprechen zu lassen und die Details für später aufzuheben.

Danke fürs leise Mitlesen. Anbei eine Bildergalerie von der Aktion 2 in Banchandai. Hier haben wir für den Verein Freunde Laos e.V. Spendengelder zum Bau des gepanten Kindergartens überbracht. Wir selbst haben die Schüler dank euerer Hilfe mit Stiften, Heften, Linealen und Radiergummis versorgen können. Ferner hat jede Klassenstufe noch besondere Lernmaterialien erhalten.

  • Kindergarten -> Duplos (Danke Sabine und Conny und danke Marlen aus der Grundschule Vorra)
  • 1. Klassen -> Duplo Lernspiel mit den Zahlen 1-10, Stift, Heft
  • 2. Klassen -> Eine Rechenkette fü den Zahlenraum bis 20, Stift, Heft, Lineal, Rechenkette bis 100
  • 3. Klassen -> Stifte in den Farben Rot und Blau zum Darstellen von 10ern und 1ern (Danke Anette), Stift, Heft, Lineal, Radiergummi
  • 4. Klassen -> ein aufblasbarer Globus, Heft, Kugelschreiber, Heft, Lineal
  • 5. Klassen -> zusätzlich Schul-Kugelschreiber
  • Die Lehrer erhielten Eddingstifte
Die Klassen bis 4 (Primary-School) bestehen aus 370 Schüler, Secundary-School 5. Klassen ca. 82 Schüler (2 Klassen); diese wurden auch unterstützt, da sie noch Außenklassenzimmer haben. Klingt zwar klasse, aber in der Regenzeit herrschen erschwerte Lernbedingungen.
Kurz zur Bildergalerie, sie startet mit der Basi für uns. Eine Basi ist eine Dankeszeremonie, in der gleichzeitig spezielle Wünsche wie "gute Reise, viel Glück, Gesundheit etc." für denjenigen der die Basi erhält, beschworen werden. Da wir an diesem Tag beide superkrank waren, sollte die Krankheit verjagt werden - Hat echt geholfen, wir haben unsern Magen einmal runderneuert und werden dort wohl als die in hohem Bogen ko..... Farangs (weiße Langnasen) in Erinnerung bleiben, keine Bilder davon.
Dann kommen Bilder von der Schule und von der Übergabe der Lernmaterialien an die Kinder. Doris beim Umweltunterricht, ihr macht euch keine Vorstellung wie es dort aussieht .... (dazu ein eigener Bericht irgendwann)
Jetzt habe ich aber doch schon wieder einen halben Roman geschrieben .... Norbert liegt schon im Bett und schläft.
Grüße Doris

 

 

Als wir in Luang Namtha angekommen sind, haben wir uns vorrausschauend schon den Fahrplan für die Weiterfahrt abfotografiert, Clever sind wir ja. (1. Foto in der Bildergalerie) 

Der Workshop an der TTC war seeeehhr erfolgreich und hat allen viel Spaß gemacht. (Montag)
Es würde Seiten füllen, zu erklären wie es hier (nicht) läuft und an welchen Dingen es mangelt.
Wir hatten auf jeden Fall so interessierte und aufmerksame Teilnehmer wie man es sich nur wünschen kann.

Außerdem haben wir ein holländischen Ehepaar kennengelernt, das sich einfach auf den Weg gemacht hat, dort zu helfen. Sie waren schon 3 Monate dort tätig und hatten zusätzlich sehr hilfreiche Informationen. Am Abend gab es also ein Abschiedsfest und ein Willkommens- und Dankesfest für uns. Die Fotos enthalten wir euch erst einmal vor, denn uns ist erst seit 5 Stunden wieder einigermaßen wohl in unserem Bauch, der sich auch schon runderneuert hat. 

Bericht Projekt 2 folgt.

In der Bildergalerie könnt ihr sehen wie Papier aus dem Maulbeerbaum erstellt wird.
Die Schöpfrahmen sind hier viel größer als bei uns im Umweltunterricht und werden in der Sonne getrocknet.