Doris

Doris

24.10.2012

Aktion 2011

Yannick und Lea fahren zum Glück im Frühjahr 2011 für 10 lange Wochen nach Asien.

24.10.2012

Aktion 2010

2010 macht sich Doris auf den Weg. Wir wollten unbedingt herausfinden, ob unsere Aktionen Früchte getragen haben, die Bücher noch vor Ort sind und die Lehrer und Schüler davon profitieren konnten.

Laos ist eines der ärmsten Länder der Welt.
Die Möglichkeit, Lesen und Schreiben zu lernen, ist ein wesentlicher Baustein gegen die Armut. 

Deshalb haben wir vor unserer ersten Reise in dieses Land eine kleine Spendenafrage unter Freunden gestartet.
Durch die Spenden war es möglich, gezielt kleine Hilfsaktionen zu starten und das hat nicht nur die laotischen Kinder bereichert, sondern uns völlig neue Denkanstöße gegeben.

Station 1

Wir besuchten die Teacher Training School TT (seit 2013 Teacher Training College TTC) in Luang Namtha.

Die TTS ist eine Schule mit über 1400 Studenten. Von hier aus sollen die Lehrer motiviert, voller Ideen und mit gutem Handwerkszeug zurück in die Dorfschulen gehen, in denen sie selbst oft zur Schule gegangen sind. Es gibt nur 3 dieser TTS in Laos.

Es war schnell klar, dass diese Schule ein idealer Platz ist, Hilfe anzubieten und Anregungen zu geben.

  • Wir lieferten in Luang Namtha einen gebrauchten Laptop und eine Digicam ab, die von Freunden gespendet wurden. 
  • Der Kindergarten der Schule, der die Kinder der Studentinnen betreut, bekam seine ersten Duplosteine.
  • Lern- und Lehrmaterialien wurden mitgebracht und vorgestellt.

Nach unserem Besuch war uns klar, dass wir unbedingt mit der TTS in Kontakt bleiben wollen.

 


 Station 2

Durch Ken, unseren Fahrradguide, haben wir auf einer 2tägigen Tour die Schule "am Kilometer 39" kennengelernt.
Die Dorfschule haben wir mit Stiften und Schreibheften ausgestattet - es waren größtenteils die ersten Stifte und Hefte für diese Kinder.


 Station 3

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Da die Spendenkasse so gut gefüllt war, konnte beim Verlag "Big Brother Mouse" ein neues laotisches Kinderbuch gedruckt werden. "Big Brother Mouse" kümmert sich darum, Kinderbücher speziell für laotische Kinder zu veröffentlichen, um Kindern im Grundschulalter Spaß am Lesen zu vermitteln.

Auflage 4000 Stück 

Das Buch ergänzte den Bücherschatz von Big Brother Mouse so erfolgreich, dass es seit 2011 mit der Hilfe amerikanischer Spender eine 2. Auflage gibt.

In Luang Prabang wurden weitere Lernmaterialien (nach Maria Montessori) bei Big Brother Mouse abgegeben. Wir hoffen, dass dies einen Anstoß gibt, derartiges Lernmaterial im Land herzustellen, wodurch den Kindern und Lehrern im Unterricht das Be"greifen" näher gebracht werden soll.

Die meisten Grundschulen auf dem Land bestehen aus einer Tafel und alten Stühlen - keine Stifte, keine Hefte, einfach Nichts. Wir fragten uns, wie das funktionieren soll. Die Frage ist schnell beantwortet: Viele Kinder können eben nach einigen Pflichtschuljahren nur mäßig oder gar nicht Lesen bzw. Rechnen.  


Station 4

2 Bookparties wurden veranstaltet, bei denen "Big Brother Mouse" eine kleine Bibliothek in die Dorfschulen bringt.


Station 5

Wir besuchten eine Schule in Bum Lao, um hier erste Bücher zu überbringen und versuchten den Gedanken einer Bücherei mit Ausleihsytem zu installieren.


 


nach unserer Abreise

wurden mit Hilfe des Vereins Freunde Laos e.V. dann noch mit unseren Spenden 

  • an mehreren Schulen Kinder mit Heften und Stiften versorgt,
  • 3 weitere Schulbibliotheken, die wir schon zusammengestellt haben, verteilt sowie
  • ein Schuldach fertiggestellt - hier regnet es jetzt endlich nicht mehr rein, - von Oben -  (Dorfschule Ban Chan Dai). Vielen Dank an dieser Stelle nochmals an Irene vom Verein Freunde Laos e.V. für Ihre Mithilfe.


Wir sind sehr sorgfältig mit den Spenden umgegangen, haben vor Ort günstig eingekauft und gehandelt, was das Zeug hält.
Deshalb ist am Ende auch noch ein kleiner Betrag übrig geblieben, den wir für 2010 mitverwenden konnten. 

Tee Thao hat uns nach Hause in sein Wohnviertel (ein nach Luang Pranbang umgesiedeltes Dorf) eingeladen. Ein Teil des Dorfes mußte allerdings schon weder umziehen, weil der Flughafen erweitert wird. Seit er letztes Jahr seine Ausbildung als Englischlehrer beendet hat, verdient er sich neben seiner derzeitigen Ausbildung im Tourismusbereich etwas Geld indem er die Kinder aus dem Viertel für wenig Geld jeden Tag eine Stunde in Englisch unterrichtet. Er hat sich hierfür eigens Schulbänke und Tische zusammengezimmert. Wir haben 1 Schulstunde beobachtet und mitgestaltet während seine Mutter im Hintergrund an der Nähmaschine saß und die kleineren Kinder uns beobachteten und sich eins abkicherten. In der Schulstunde haben auch wir etwas gelernt: Der Name Mc Donalds ist in Laos noch unbekannt!

Im Anschluß gabs einen Rundgang durch das Viertel sowie ein Essen mit der ganzen Familie incl. seiner 105jährigen Oma und anschließendem Familienfoto (Tee Thao links im gelben Hemd, seine Oma sitzend in der rechten Bildhälfte).

Der Besuch bei Tee Tao war unsere letzte "Hilfsaktion".

Bei Anousith, der während seiner Zeit im Kloster für die Bemalung eines Klosters zuständig war, "lernten" wir in Luang Prabang die Herstellung von Stencils. Bei den Stencils handelt es sich um Schablonen, die aus Saapapier (Papier aus dem Maulbeerbaum) mit Hilfe von Stanzwerkzeug ausgestochen werden. Die Schablonen werden an der zu bemalenden Wand provisorisch befestigt und anschließend mit einem in Farbe (meist golden) getunkten Schwamm ausgetupft. Sieht wunderschön aus.

Die Stencils haben unterschiedliche Inhalte, einige sind reine Verzierungen, andere beinhalten Geschichten oder haben eine heilige Bedeutung. 

Die Verzierungen, die an der Decke aufgemalt werden, sind die heiligsten und stehen "über" dem Menschen.
Schon vor 3 Jahren haben wir einige dieser Kunstwerke mit nach Hause genommen und mit Anousiths Einverständis verziert Eines davon ein Yogastudio in Nürnberg und dessen Website www.sunsalute.de. Dahinter steckt natürlich eine spezielle Geschichte, die bald auf der sunsalute Website zu finden ist.

Da wir dieses Jahr leider nicht zum "Kilometer 39" gekommen sind, haben wir Daolit Schulmaterial und Photos für die Schule mitgegeben. Er kam einen Tag nachdem wir uns in Banchandai verabscheidet hatten dort vorbei. Spiele und die restlichen Stifte gingen zum einen Teil an das Bücherboot, eine Aktion die Kindern in abgelegenen Orten Bücher zum Ausleihen vorbeibringt und zu einem weiteren Teil an Anousith. Anousith ist ein junger Laoten, den wir schon vor 3 Jahren kennengelernt haben und der ebenfalls oft Schulen unterstützt.

In der Bildergalerie seht ihr die Bilder vom Bücherboot.

In Luang Prabang haben wir Irene Heine getroffen. Für den Verein Freunde Laos e.V. haben wir in Banchandai Gelder für den Kindergartenbau überbracht. Wir kennen Irene seit unserem ersten Laos Aufenthalt (2009) und sind mit ihr unseren gemeinsamen laotischen Freund Ken besuchen gefahren. Ken arbeitet jetzt beim GIZ (Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit) in Saynaboury, er ist hat gerade seine erste Arbeitswoche hinter sich. Ken hat den begehrten Job bekommen obwohl er keine akademischen Voraussetzungen hatte wie die anderen Bewerber. Wir glauben, er hat die Verantwortlichen vom GIZ einfach plattgequatscht und mit seiner extrem erfrischenden Art begeistert.

Saynaboury, mit der gleichnamigen Hauptstadt, ist eine Provinz in der es sehr wenig Tourismus gibt, wohl auch wegen der schlechten Verkehrsanbindung. Hier ein paar Bilder, die im Kontrast zu den Flussbildern stehen. Wasserfall und Reisfelder sind hier willkommene Augenweiden, wenn auch nur kurz, denn der Dschungel ist hellbraun vom Straßenstaub, die Bewohner der Dörfer auf der Strecke dürten die ein oder andere Staublunge aufweisen. Im öffentlichen Bus ist man auf der ca. 4 stündigen Reise durchgeschüttelt + sandgestrahlt + gepudert. 

Das Treffen mit Ken war wieder mal sehr lustig. Am Abend gab es laotisches Fondue und nach einem gemeinsamen Frühstück ging es wieder zurück nach Luang Prabang.

Englisch zu sprechen ist in Laos eines der begehrtesten Güter. Dieses Jahr konnten wir wieder einige neue Einblicke in dieses Thema bekommen. Viele wundern sich, warum sich in Laos so wenig Menschen, speziell sogar Englischlehrer, nicht ausdrücken können. In den letzten Jahren und beim Besuch von Yannick und Lea ist uns aufgefallen, dass eine seltsame Methodik angewendet wird. Das Lesen kommt vor dem Schreiben, es werden Sätze immer wieder laut abgelesen, ohne deren Sinn auch nur zu erahnen. Das ganze noch in lateinischer Schrift. Eine Klasse in der sich kaum ein Kind mit Namen vorstellen kann : My name is ......wird auf "These" and "Those" rumgekaut wie auf einem 3 Tage altem Kaugummi. In einem der wenigen und einem der besseren Englischbücher fanden wir diesen Lesetext. Ist der nicht motivierend? Traurigerweise zeigt er genau das, was wir häufig erlebt haben.

Sich als Laote Englisch zu erarbeiten ist Knochenarbeit und führt selten zum eigentlichen Ziel.

Nie wollten wir nach Pakbeng. Es ist der Zwischenstopp der 2tägigen Massenkreuzfahrt auf dem Mekong. Wir hatten eine schaukelige und staubige Busfahrt hierher, das Ziel war eigentlich Xaynaburi. Ken und Daolit unser Übersetzer in Banchandai hatten einen Plan ausgeheckt wie wir auf Nebenstraßen am schnellsten mit nur einer Übernachtung nach Xaynaburi kommen. Das lustigste war, dass auf einmal der Busfahrer gehalten hat und uns, den einzigen Farangs im Bus, sein Handy entgegengestreckt hat - mit Daolit am anderen Ende der Leitung. Wir haben keine Ahnung wie er die Nummer vom Busfahrer herausgefunden hat. So ging die Kommunikation über 3 Ecken und alle wollten sich drum kümmern, dass wir in den richtigen Anschlussbus kommen. Wir haben uns dann aber doch entschlossen die 2te Hälfte der Mekongfahrt mitzumachen, also morgen 8 Stunden auf dem Fluß von Pakbeng nach Luang Prabang. Und wir haben es nicht bereut, es war die schönste Wegstecke bis jetzt und soo entspannend - trotz der vielen "jugendlichen Sauf- und Weltenbummler" -. Einer hat uns stolz erzählt, er muss jetzt noch einmal nach dem Studium die Sau rauslassen, bervor er ins Business (evtl. Adidas) einsteigt. Dieser auf seine Art durchaus intelligente Zeitgenosse schreibt doch tatsächlich Nummern auf den Rücken der Mädchen mit denen er die Nacht verbringt. Ich habe nicht gefragt, bei welcher Zahl er mittlerweile angekommen ist. Das gehört unter die Kategorie NICHT LUSTIG.
Schaltet doch die Musi dazu ein, ich hab das Stück auf der Fahrt bestimmt 16 mal gehört :-) 

Hier sind ein paar Bilder von Kindern nach der Schule.
Das Feuerholzholen, Bambussprößlinge sammeln und Material für Besen zu transportieren gehört ganz selbstverständlich dazu. Die Kinder haben oft ihren Spaß dabei.