26.11.2015

Ein Haus am College

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Der Campus von oben Der Campus von oben

Den Einzug und die Einrichtung des neuen Zuhauses von Bastian hatte ich zeitlich etwas unterschätzt.

In der ersten Woche haben wir uns im  Zuela Guesthouse einquartiert.
Ein Gespäch mit dem Direktor fand gleich in den ersten Tagen in Luang Namtha statt.
Er hatte sich im Juli bereit erklärt, für das freiwillige Jahr eine Unterkunft zur Verfügung zu stellen.

Neben den Studentenwohnheimen gibt es am Lehrercollege auch kleine Bambushütten für Dozenten, die am College arbeiten. Die Bambushütten stehen am Rande des Sportplatzes.

Im Gespräch mit Direktor Kamthon wurde klar, dass er sich nicht sicher ist, ob die Unterkunft "westlichen" Ansprüchen genügt und uns genehm sein würde. Das Haus ist eines der 4 ehemaligen Direktorenhäuser. Eins der 4 besten Häuser am Platz, aus "Stein", 2 Schlafzimmer, 1 Wohnraum, Küche und Bad. Was sollte uns da nicht genügen?

Also ging es zur Inspektion. Das Innenleben hat uns dann doch etwas überrascht.
Das Haus war eine Zeit lang unbewohnt und die minimale verbliebene Ausstattung war gewaltig abgewohnt.

Wir erklärten uns bereit, das Haus zu nehmen und nach unseren Vorstellungen herzurichten.

Frisch gestrichene Wände, einen sauberen Boden, dichte Moskitonetze, einen funktionsfähigen Abfluss, Betten, Tische, Stühle, eine Kochstelle, Geschirr, Kühlschrank, also eine komplette Grundausstattung musste organisiert werden.

Die "Grundreinigung" haben dann in 2 Stunden ca 30 Studenten vorgenommen. Bewaffnet hatten sie sich mit unglaublich viel Wasser, Strohbesen und ein paar Lappen. Der Anstrich wurde von 2 Dozenten ausgeführt, die nach den 2 Schlafzimmern etwas die Lust verloren hatten ....

Auf die Optik -  von Küche und Bad wird in Laos kulturell bedingt nicht so viel Wert gelegt. Ein frischer Anstrich in Bad und Küche stieß auf erstaunte Gesichter und Unverständis ....

Letztendlich hat alles fast 3 Wochen gedauert und wir waren viel mit Saubermachen, Renovieren und Organisieren beschäftigt.

Mir wurden neue Erlebnisse beschert und die Ekenntniss wie es sich anfühlt, ständig auf hilfsbereite Menschen angewiesen zu sein. Wir konnten uns schwer verständigen und die Zähigkeit mancher Verhandlungen schlug leicht auf die Stimmung. Wo findet man welchen Gegenstand und gibt es den hier überhaupt? Wer hat wann Zeit, wann ist der Pickup und der Fahrer vom College zur Verfügung, warum wird schon Abgesprochenes einfach wieder vergessen, hat man den richtigen Ansprechpartner.... die Liste ist sehr lang.
Ein Mensch in einem anderen Land mit anderen Sitten, Werteverständnis, ohne ausreichende Sprachkenntnisse, immer auf fremde Hilfe angewiesen .... das ist kein schöner Zustand. Wir bekamen gute Unterstützung vom College, das ist keine Frage. Aber trotzdem zog sich eine Suche nach einem einfachen Regal oder einem Hammer und Nagel zeitweise über Tage hin.

 

SCHÖN IST ES GEWORDEN!
Das einzige Haus am Platz mit warmer Dusche! Frisch gestrichen und einfach, aber nett eingerichtet, 2 Schlafzimmer, ein großer Gemeinschaftsraum, Kühlschrank, Gasherd ... und funktionierende Klimaanlagen für beide Zimmer.

Nach 4 Wochen konnten wir eine schöne Housewarming Party feiern und Bastians hat jetzt ein Zuhause am College.

 

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