09.12.2013

Kilometer Thirtynine Empfehlung

Gestern habe ich in Oudomsay Handsome Ken getroffen, ein Wegbegleiter seit unserer ersten Reise. Glücklicherweise kam es am Abend zu einer weiteren interessanten Begegnung. Katja und Joachim zwei Geografen aus Berlin sind in Laos zu Besuch, sie haben hier 3 Jahre gelebt, um beim Aufbau des Tourismus in Oudomsay zu helfen. Sie sind von der Deutsch Laotischen Gesellschaft, die das Land mit einigen tollen Projekten unterstützt.

Da sie auch an unserem Projekt sehr interessiert waren, haben wir uns am nächsten Morgen gemeinsam auf den Weg gemacht "nach dem Rechten" zu sehen. Für die deutsch laotische Gesellschaft haben wir nach einem Dorf in den Bergen gesucht, das  bei der Wasserversorgung unterstützt werden sollte.

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So hoch war ich noch nie in den Bergen hier und so weit "draußen" auch noch nicht. Die Bergdörfer sind mittlerweile besser zugänglich, aber der Weg ist trotzdem noch beschwerlich und weit. Wir waren uns sicher, dass einige dieser Menschen ihr Dorf noch nie verlassen konnten und das auch nie werden. Immer höher tuckerten und ruckerten wir den Berg hinauf und bis kurz vor Schluss war noch nicht klar, ob wir das Dorf finden. Im Vorbeifahren habe ich die erste Schulspeisung sehen können. Gehört habe ich schon öfters davon. Die Kinder erhalten in der Schule eine Portion Reis. Nur dadurch ist es ihnen möglich, die Schule zu besuchen, anstelle zu Hause mit anzupacken. Die Kinder haben den Reis mit nach Hause getragen, um ihn scheinbar nochmal mit der Familie zu teilen.

Schließlich haben wir ein Dorf erreicht, das den gesuchten Namen trug.

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Eine kleine Wasserversorgung war schon vorhanden. Die zwei kleinen Schulhäuser sehen so aus wie das, was wir am km 39 das letzte Jahr vorgefunden haben. Passen super in die Natur, sind aber leider nicht gegen Regen und Matsch geschützt.

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Insgesamt machte das Dorf einen sehr freundlichen Eindruck.

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Aber auch hier gab es wieder ein Novum. In Laos gibt es keine bettelnden Kinderhorden, die Kinder sind zurückhaltend interessiert  und immer sehr zu Späßen aufgelegt sobald die Scheu überwunden ist. Aber hier hat sich am Schluss unseres Aufenthalts ein alter blinder Mann unter die Kinder gemischt und kauernd um etwas Essen gebeten. Die Angst ums Überleben krallt sich hier um einige Knöchel.

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Wir beschlossen einen Teil der Hefte und die Bleistifte, die für das Dorf am km 39 bestimmt waren, hier zu übergeben. Die Freude daran war natürlich riesig.

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Ja und dann ging es den ganzen Weg zurück, das Ziel das Dorf zwischen Oudomsay und Muang Kwua.

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Je näher wir dem Kilometerstein 39 kamen um so aufgeregter wurde ich. Die Dorfgemeinde erwartete uns schon und die Kinder waren sobald wir eintrafen auf dem Weg zu Schule unterwegs.

Und jetzt können wir uns alle gemeinsam freuen.

Das kleine Schulgebäude steht, ist wunderbar wasserdicht und trocken, schön weiß gestrichen und ausreichend für die Schüler der 5. Klasse.

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darf ich bitten ...

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Das alte Gebäude wird weiter genutzt, es ist zur Schulküche/Essensausgabe umfunktioniert worden.

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Mit 660 Euro ist es den Dorfbewohnern gelungen alle Materialien zu besorgen und gemeinsam anzupacken, damit die Kinder ein vernünftiges Lernumfeld haben.

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Es fehlt noch eine Tafel und ein Lehrerpult. Die Tafel versuche ich in Luang Prabang zu besorgen und Ken stellt seinen Schreibtisch aus dem Büro für den Lehrer zur Verfügung.

Wir scheinen alles richtig gemacht zu haben. Das genaue Ausrechnen was das Material wohl kostet, die Bitte um eine Dokumentation der Ausgaben, das Vertrauen in die beteiligten Menschen und jegliche Umgehung der Bürokratie. Wie ich mich gerade fühle könnt ihr euch vorstellen.

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Nach einer für uns abgehaltenen Basi, die sich wegen meines penetranten Vegetarismus leider wieder etwas herausgezögert hat, und dem Versprechen mit der ganzen Familie mal wieder zu kommen haben wir das Dorf am Abend verlassen.

Dieses mal haben wir nur Hefte für die Kinder, 3 Scheren und 3 Marker für die Lehrer mitgebracht. Das war genau richtig so. Hier ist ein schöner Projektabschluss gefunden.

Meine große Geschenkebox habe ich mit auf den Weg genommen, denn dank Joachim und Katja wurde mir klar, dass man hier die Geschenke nicht gleich aufmacht. Denn sollte man entäuscht sein, würde man es am Gesicht erkennen können. Na da hab ich ja man Glück jehabt. Frische Erdnüsse und das getrocknete Seegras habe ich an mich genommen. Die RIESENkiste getrocknete Eichhörnchen und Bambusratten haben sich Ken und ein Freund geteilt. Bilder nur auf Anfrage für alle die es nicht glauben.

Katja und Joachim haben auch noch Bilder gemacht. Die häng ich dann als Galerie an, wenn ich sie habe.

letztes Bild für heute

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