02.03.2010

Di 23. Februar Trip to Ban Chan Tai Village

 

Am Morgen ging es von der Busstation Luang Prabang Nord los.
In Laos gibt es pro Stadt/größerem Dorf häufig zwei Busstationen, die durch die eigentliche Stadt getrennt sind und an den Ein- bzw. Ausfallstraßen liegen. Wenn man weiß, in welche Himmelsrichtung man will, weiß man auch, an welche Busstation man gehen sollte. Tee Thao und ich wollten also nach Norden 5 Stunden Busfahrt bis Oudomsay; anschließend wollten wir auf eigene Faust nach Ban Chan Thai.
Welch glücklicher Zufall, daß Ken unser Fahrradguide vom letztem Jahr um 8 Uhr morgens anrief, weil er uns in Oudomsay abholen und zur Schule in Ban Chan Thai begleiten wollte. Ich freute mich sehr, ihn wieder zu treffen. Er ist ein außergewöhnlicher Laote, der noch dazu gut Englisch spricht.
In Oudamsay angekommen liess er allerdings etwas auf sich warten und im Anschluß waren wir erst nach einer 3 stündigen Fahrt in seinem kleinen Lieferwagen mit Ladefläche bei Dunkelheit in seinem Haus angekommen - Vielleicht lags ja auch daran, weil wir auf dem Weg noch eine Tonne, genauer gesagt 1111 kg Reis, mitnehmen mussten. Das ist der Vorrat für die ganze Familie. Er hält ca. ein Jahr. Ich durfte Schiedsrichter beim Abwiegen sein und die Rechnung kontrollieren.
Immer wieder erstaunlich finde ich es, daß die Laoten gravierende Fehler in fast jeder Rechnung machen, auch nicht immer zu ihrem Vorteil. Mit Zahlen könnnen sie nicht so gut umgehen und man hat sich schnell mit dem Taschenrechner vertippt - bei den Summen auch kein Wunder.
Meist ist eine Null irgendwo zu viel, und das veraändert das Ergebnis dann gewaltig. Kein Wunder, 10.000 Kip sind ungefähr ein Euro und sie werden nicht müde, die Nullerstellen immer mit einzugeben. Auf dem Papier wird jeder Betrag extra dazu addiert, mehr als zwei Zahlen untereinander schreiben und addieren, scheint nicht möglich. Aber genug damit, das ist nur mal wieder ein Ausflug, um zu zeigen, wie wichtig hier Bildungsförderung ist.

Ken hat in dem Dorf vor Ban Chan Tai mittlerweile ein für die laotischen Verhältnisse imposantes Steinhaus. Daß es das einzige Haus ohne Elektrizität ist, relativiert die Sache. Ken ist noch nicht dazugekommen und er sagt, er hat sein Leben lang ohne Elektizität gelebt; es hat also keine Eile. Sämtliche Hütten im Umkreis hatten Strom. So war meine Stirnlampe mal wieder das wichtigste Utensil, um vernünftig die Dinge zu sortieren, die wir nach Ban Chan Tai mitnehmen mussten.

Noch auf dem Hinweg hatten uns die Bewohner mehrfach angerufen. Sie wußten, daß wir kommen und waren entsprechend vorbereitet. Als wir frisch gewaschen die letzten Kilometer ins Dorf fuhren, war ich dann schon etwas aufgeregt. In Ban Chan Tai war ich noch nie. Die Tour hierher habe ich im "Auftrag" von Irene vom Verein "Freunde Laos e.V." durchgeführt. Anlaß war die Übergabe von Bargeld für die Anfertigung von Tischen und Stühlen für 417 Schüler. Wie bei den meisten Entwicklungsprojekten ist es auch in Laos wichtig - und oft der einzig gehbare Weg -, dass die Hilfe persönlich an die "bedürftigen" Menschen vor Ort übergeben wird.

Natürlich hatten die Dorfbewohner eine Basi vorbereitet, um mich mich guten Wünschen und viel Gesundheit auszustatten. Nach einer Zeremonie des Dorfältesten, binden alle Anwesenden weiße Bänder um die Handgelenke dessen für den die Basi bestimmt ist. Bei jedem Faden murmelt die bindende Person Wünsche auf laotisch und manche auch auf Englisch; ein netter junger Mann wünschte mir einen nice boyfriend, aber den hab ich ja schon.
Die Bewohner des Dorfes vermissten Irene sehr und ich konnte wohl kein vollständiger Ersatz sein, nicht zuletzt weil Irene im letzten Jahr schon gut laotisch sprechen konnte. Die Dorfbewohner wurden nicht müde, nach ihr und ihrer Gesundheit zu fragen. Sie war die ganze Zeit dabei und wir haben sie auch angerufen. Hier die Bilder von der Basi:

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So...das war jetzt viel Text.
Ich geh jetzt erst mal schlafen....... morgen gibts mehr

Gute N8

Doris

 

 

 

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