19.01.2013

Vierter Besuch beim km 39 - erster Tag

Am Morgen sind wir von Oudomxay Richtung km 39 aufgebrochen. Am Markt konnten wir noch 3 Fußbälle finden. Schulmaterial hatten wir schon in Vang Vieng gekauft.

Unser Family- and Friends Project hat die Schule nun zum 4. Mal besucht. 1x Doris mit Norbert, 1x Doris alleine und jetzt mit Heike und vor 2 Jahren waren Lea und Yannick da. Da es im Dorf seit 3 Jahren zwar Stom, aber noch keine Mobilfunkverbindung gibt, wissen die Dorfbewohner eigentlich nie, wann wir kommen. So musste am Nachmittag und Abend erst mal mit dem Headman und den Dorfältesten gesprochen werden. Dann wurde gekocht und wir mussten in zwei Häusern zu Abend essen. Es gab haupsächlich Bambooshoot, also Bambussprossen, die aber mit denen, die es bei uns zu kaufen gibt, nicht zu vergleichen sind. Es sind die großen Sprösslinge der Riesenbambuspflanzen, die hier die Kinder nach der Schule aus dem Wald holen.

Wir konnten am Dorfleben teilhaben, Kontakte zu den Kindern knüpfen, den Dorffrisör beobachten wie er Ken einen neuen Haarschnitt verpasste, spüren wie friedlich und ohne zu quengeln die Kinder im fliegenden Wechsel von Tragetuch zu Tragetuch wanderten. Von Mama zu Opa, dann zu Papa, Oma und zur großen Schwester.

Wir haben die Schule gleich mal begutachtet. Doris war leider an diesem ersten Abend recht enttäuscht, da die Bibliothek nicht so aussah wie in ihrer Wunschvorstellung. Die Bücher sahen von der Regenzeit und der nicht gerade respektvollen Behandlung ziemlich mitgenommen aus. Wo ist denn das Hängeregal geblieben, das wir extra zur Aufbewahrung der Bücher installiert hatten?

Auch erschreckte uns der Zustand des neuen Klassenzimmers für die 5. Klasse. Am Lagerfeuer konnte Doris über Ken ihre Enttäuschung deutlich machen. Der Lehrer hatte mal wieder gewechselt und wollte wohl gerade alles katalogisieren.

Am Abend hatten wir eine Art Basi, ein laotisches Ritual bei dem unter Anderem weiße Schnüre um die Handgelenke gebunden werden und dabei von jedem gute Wünsche gemurmelt werden. Der Dorfschamane hält die Zeremonie ab. Unsere Geister, die uns nachgereist sind, sollten auch in unseren Körpern ankommen.
Um genau zu sein: Basi heißt es bei buddistischen+animistischen Dörfern. Da im Dorf 39km aber nur der Naturglaube zählt, heißt es ein wenig anders (vergessen). Danach ging es zum Schlafen mit der ganzen Familie ins Gastgeberhaus. Die Dorfältesten haben sich sehr über das Betrachten der Bilder von unserer ersten Basi gefreut und wehmütig an die Zeit gedacht als der Fernseher noch nicht lief, sondern nur Kerzen der Stimmung des sehr schönen Rituals etwas Licht gaben. Das ist gerade mal 4 Jahre her und hier hat sich so viel durch den Anschluss ans Stromnetz verändert. Am nächsten Tag soll es an die Schule gehen. Ich kann eines schon verraten, alles wird gut. Viel Spaß mit dem Bildern.

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